Schwimmweste eines ertrunkenen Flüchtlingskindes von dem Vertreter eines spanischen Flüchtlingshilfe-Vereins. Das Mädchen aus Syrien war auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer vor Italien ertrunken. Bild: Osservatore Romano/Romano Siciliani/KNA

Kreuz aus 130 Rettungswesten am Berliner Dom zum Weltflüchtlingstag

Es soll ein Zeichen der Erinnerung und Mahnung sein: Am Berliner Dom soll zwei Wochen lang ein großes Kreuz aus 130 Rettungswesten prangen. Das ist aber nicht die einzige Aktion des Doms zum Weltflüchtlingstag.

Ein großes Kreuz aus 130 Rettungswesten soll ab Montag (08.06.2026) über dem zentralen Eingangsportal des Berliner Doms prangen. Das Kreuz mit den Maßen von etwa sechs mal vier Metern soll bis zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni hängenbleiben. „Wir sehen es als ein Symbol für Rettung, Schutz und Nächstenliebe, das in der Stadt sichtbar sein soll“, sagte die Kuratorin des evangelischen Doms, Birgit Walter, am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Für die Aktion habe die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch dem Dom ausgemusterte Rettungswesten gegeben. Diese seien bei vielen Rettungsaktionen im Mittelmeer getragen worden, so Walter. „Jede einzelne könnte bewegende Geschichten der Menschen erzählen, die sich unter Gefahr für ihr Leben auf den Weg gemacht haben für einen Neuanfang auf der anderen Seite des Meeres.“

Erinnerung an Zehntausende Tote

Zusätzlich will der Dom ab Montag mit der Aktion „Beim Namen nennen“ an auf der Flucht gestorbene Menschen erinnern. Deren Namen sowie die Daten und die Umstände ihrer Tode werden dabei in einer „Schreibstube“ im Dom auf schmale Stoffbänder geschrieben.

Einige Tage vor dem Weltflüchtlingstag sollen die Bänder dann an den Außengittern der Arkaden des Berliner Doms befestigt werden. Die Domverwaltung beruft sich auf Zahlen von Hilfsorganisationen, wonach seit 1993 knapp 72.000 Menschen auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind.

Text: KNA | Bild: Osservatore Romano/Romano Siciliani/KNA

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