Ein Priester (r.) spricht mit Frauen an der Tür der Notunterkunft einer Kirche in Chmelnyzkyj (Ukraine) am 5. März 2022. Bild: Francesca Volpi/KNA

Viele Priester in der Ukraine leben unter Armutsgrenze

Eine Umfrage bringt die finanzielle Notlage von 38 Prozent der griechisch-katholischen Priester in der Ukraine ans Licht. Ihnen fehle das Geld, um sich Kleidung und Schuhe zu kaufen, so das Kirchenoberhaupt.

Mehr als ein Drittel der mit Rom verbundenen Geistlichen in der Ukraine leben laut einer Studie unter der Armutsgrenze. Das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, sagte in der vergangenen Woche in seiner regelmäßigen Videobotschaft: „38 Prozent unserer Geistlichen verfügen nicht über ausreichend Geld für Kleidung und Schuhe.“ Drei Prozent könnten sich nicht mal selbst mit Essen versorgen.

Schewtschuk berief sich auf die von seiner Kirche in Auftrag gegebene Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Fama aus Lwiw (Lemberg). Er beklagte, dass unter dieser schweren sozialen Notlage nicht nur Priester selbst litten, sondern auch ihre Ehefrauen und Kinder. Wie orthodoxe Priester sind die meisten griechisch-katholischen Geistlichen verheiratet.

Das Kirchenoberhaupt betonte zugleich, dass 92 Prozent seiner befragten Priester erklärt hätten, zufrieden mit ihrer Tätigkeit zu sein. „Trotz äußerst schwieriger und manchmal unerträglicher Umstände sind sie glücklich, Gott und dem ukrainischen Volk zu dienen“, so Schewtschuk. Er dankte den Priestern und ihren Familien für ihre „aufopferungsvolle Selbsthingabe“ und dafür, „dass sie alle Schwierigkeiten teilen, die unser Volk durchmacht“.

In der Ukraine gibt es keine Kirchensteuer wie in Deutschland. Geistliche finanzieren ihren Lebensunterhalt durch Kollekten während der Gottesdienste, durch freiwillige Spenden der Gläubigen und den Verkauf von Kerzen. In dem mehrheitlich orthodox geprägten Land bekannten sich in einer jüngsten landesweiten Umfrage sechs Prozent der Erwachsenen zur griechisch-katholischen Kirche.

Text: KNA | Bild: Francesca Volpi/KNA

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