Rekord trotz Krise: Erstmals knackt der Umsatz von Fairtrade-Produkten die Marke von 3 Milliarden Euro. Was hinter dem Anstieg steckt.
Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel Geld wie nie zuvor für fair gehandelte Produkte ausgegeben. Das zeigt der Jahresbericht von Fairtrade Deutschland, den die Organisation am Dienstag in Köln vorstellte. Grund für den Umsatzrekord waren auch Preissteigerungen.
2025 erzielten Produkte mit dem Fairtrade-Siegel erstmals einen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro. Das war ein Plus von 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Marketing-Vorstand Benjamin Drösel sprach von einem tollen Ergebnis angesichts steigender Preise und schwacher Konsumneigung.
Für das umsatzstärkste Produkt – fair gehandelten Kaffee – gaben Konsumentinnen und Konsumenten insgesamt 1,04 Milliarden Euro aus. Das waren 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die verkaufte Menge leicht auf 23.995 Tonnen. Damit machte fair gehandelter Kaffee rund 5 Prozent des Gesamtabsatzes von Kaffee mit etwa 456.000 Tonnen aus.
Nach wie vor sind Kaffeebohnen auf den Weltmärkten relativ teuer. Gründe für die starken Preisanstiege waren unter anderem Ernteausfälle durch Klimaextreme sowie Logistikprobleme und Spekulationen an den Rohstoffbörsen.
Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Waren, bei deren Herstellung soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika sollen unter anderem mit stabilen Erlösen rechnen können.
Daher erhalten sie zusätzlich zum Verkaufspreis eine Prämie. 2025 betrug diese insgesamt 41,7 Millionen Euro. Fairtrade Deutschland arbeitet mit 1.824 Kooperativen zusammen, die fast 2 Millionen Menschen vertreten.
Text: KNA | Bild: Harald Oppitz/KNA







