Pakistan ist einer der letzten Staaten weltweit, in denen Polio noch nicht ausgerottet ist. Die Regierung hatte dafür eine Impfkampagne gestartet. Für die Gesundheitshelfer ist die Arbeit aber brandgefährlich.
Bei einem islamistischen Angriff auf ein Polio-Impfteam in Pakistan sind am Montag ein Polizist getötet und vier weitere verletzt worden. Die Sicherheitskräfte waren auf dem Weg, um das medizinische Team zu schützen. Die Attacke habe sich am ersten Tag einer einwöchigen landesweiten Impfkampagne in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa ereignet, berichteten pakistanische Medien.
Die Terroristen hatten demnach das Feuer auf die Beamten eröffnet. Diese hätten die Attacke sofort erwidert und ihrerseits zwei der Angreifer getötet. Den überlebenden Terroristen sei es aber gelungen, die Leichen ihrer Komplizen zu bergen und vom Tatort wegzubringen.
Pakistan ist eines der letzten Länder, in denen Polio (Kinderlähmung) noch nicht ausgerottet ist. Viren zirkulieren weiterhin frei, in den vergangenen Jahren stieg die Zahl der dokumentierten Fälle wieder an und lag zuletzt bei rund 50. Die Regierung in Islamabad hatte im vergangenen Oktober eine großangelegte Impfkampagne gestartet, in deren Rahmen über 45 Millionen Kinder immunisiert werden sollen.
Polio-Impfteams wurden jedoch immer wieder Ziel terroristischer Angriffe. Offiziellen Daten zufolge wurden seit 2012 in Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan 96 Menschen von mutmaßlichen Terroristen getötet, darunter 61 Polizisten, 27 Gesundheitshelfer und fünf Zivilisten.
Polio-Toolbox von Medmissio
Das Institut für Gesundheit weltweit (medmissio) stellt auf seinem MedBox-Portal eine Toolbox zum Thema Polio bereit. Darin finden sich immer aktuelle Informationen zur Erforschung, Behandlung und Kontrolle von Krankheiten.
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de






