BDKJ-Vorsitzender Volker Andres schaut ernst (2026). Bild: BDKJ-Bundesstelle/Christian van't Hoen

BDKJ kritisiert Kürzungen bei internationalen Freiwilligendiensten

Bei einigen staatlich unterstützten Freiwilligendiensten setzte die Bundesregierung zuletzt den Rotstift an. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend warnt vor den Folgen.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat die angekündigten Kürzungen bei internationalen Freiwilligendiensten scharf kritisiert. Hintergrund sind Pläne der Bundesregierung, das Programm „kulturweit“ ab 2027 einzustellen. Zudem soll es bereits 2026 zu Einsparungen beim „weltwärts“-Freiwilligendienst kommen.

Der BDKJ-Bundesvorsitzende Volker Andres warnte vor den Folgen der Kürzungen für junge Menschen und internationale Partnerschaften. „Internationale Freiwilligendienste fördern Demokratieverständnis und Völkerverständigung. Gerade in Zeiten, die durch Krisen und Konflikte geprägt sind, müssen diese Programme gestärkt werden“, so Andres. Die Bundesregierung bekennt sich im Koalitionsvertrag zur Stärkung von Freiwilligendiensten. Dies muss nach Ansicht des BDKJ-Bundesvorsitzenden auch für internationale Dienste gelten.

Nach Einschätzung des Jugendverbands haben internationale Freiwilligendienste eine langfristige Wirkung – sowohl für die Teilnehmenden und ihr Umfeld als auch für die beteiligten Organisationen. „Sie fördern gesellschaftliche Resilienz, langfristiges ehrenamtliches Engagement und zivilgesellschaftliche Strukturen“, so Andres. All das trage zur Stabilität der Demokratie bei.

Als Beleg verweist der BDKJ auf eine Ende 2025 veröffentlichte Längsschnittstudie zum Programm „weltwärts“. Diese zeige, dass ehemalige Freiwillige langfristig offener gegenüber anderen Kulturen seien und sich stärker sozial und gesellschaftlich engagierten.

Die geplanten Kürzungen gefährdeten zudem gewachsene internationale Partnerschaften, die teils seit Jahrzehnten bestehen. Damit drohe eine Schwächung zivilgesellschaftlicher Strukturen sowohl in Deutschland als auch in den Partnerländern.

Der BDKJ fordert daher von der Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen für alle Formen von Freiwilligendiensten. „Ziel muss sein, unterschiedliche Dienstformen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern Inlandsfreiwilligendienste und internationale Freiwilligendienste, aber auch weitere Dienstangebote, zu stärken“, betonte Andres. Dafür seien national und international stabile Rahmenbedingungen nötig.

Für die vergangenen Jahren standen im Bundeshaushalt jährlich 47 Millionen Euro für „weltwärts“, ASA und das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk bereit. 2026 sind dagegen lediglich 43,12 Millionen Euro vorgesehen.

Text: weltkirche.de mit Information von BDKJ und BMZ | Bild: BDKJ-Bundesstelle/Christian van’t Hoen

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