Kuppel der Grabeskirche in Jerusalem. Bild: Andrea Krogmann/KNA

Franziskaner: Osterfeiern in Jerusalemer Grabeskirche unter Vorbehalt

Ob Ostern in der Grabeskirche mit Besuchern gefeiert werden kann, ist angesichts der aktuellen Bedrohungslage in Israel fraglich. Es kursieren gar Gerüchte über eine mögliche Schließung.

Ob die Zeremonien der Kar- und Ostertage in der Jerusalemer Grabeskirche ohne Einschränkungen stattfinden können, ist derzeit fraglich. Das teilte die Kustodie der Franziskaner am Samstag mit, die seit Jahrhunderten im Auftrag des Papstes über die christlichen Stätten im Heiligen Land wacht. Man stehe in ständigem Dialog mit den Behörden sowie den anderen zuständigen Kirchen, hieß es weiter.

Mit der Erklärung reagieren die Franziskaner auf Gerüchte über eine vollständige Schließung der Grabeskirche und ein mögliches Gottesdienst-Verbot an den Feiertagen. Kritiker hatten Israel in diesem Zusammenhang vorgeworfen, „Christen zum Schweigen bringen“ zu wollen, während jüdische Massenveranstaltungen trotz angespannter Sicherheitslage weiter möglich seien.

Die Kustodie dementierte derlei Gerüchte. Der Zugang zur Kirche sei für Besucher momentan zwar eingeschränkt, jedoch habe die ansässige Franziskanergemeinschaft ihre täglichen Riten und Gebete an dem Ort beibehalten. Gläubige in aller Welt seien eingeladen, angesichts des andauernden Nahost-Kriegs ebenfalls für den Frieden zu beten.

Ähnliche Sicherheitsmaßnahmen hatten für die Grabeskirche bereits 2020 während der Corona-Pandemie gegolten. Damals war das Gotteshaus wochenlang für Besucher geschlossen. Die Kar- und Ostertage sowie die täglichen Gottesdienste wurden von den in der Kirche lebenden Ordensleuten der verschiedenen Konfessionen hinter geschlossenen Türen gefeiert.

Die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt zählt zu den wichtigsten Orten der Christenheit. Christen verehren dort den Ort der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung Jesu. Orthodoxe Christen sprechen deshalb auch nicht von Grabeskirche, sondern von Auferstehungskirche (Anastasis).

Palmprozession in Jerusalem wegen Kriegs abgesagt

Auch andere Jerusalemer Traditionen in den Kar- und Ostertagen stehen in diesem Jahr auf der Kippe oder werden sogar abgesagt. So wird es kriegsbedingt keine traditionelle Palmprozession über den Ölberg in die Jerusalemer Altstadt geben. Das teilte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, in einem am Montag veröffentlichten Schreiben mit. Eine endgültige Angabe zu den kommenden Tagen sei wegen der sich ständig entwickelnden Lage nicht möglich; es sei „jedoch bereits klar, dass gewöhnliche, für alle offene Feiern nicht stattfinden können“, so der italienische Franziskaner.

Statt der Prozession, an der üblicherweise Tausende einheimische und ausländische Christen teilnehmen, soll es einen Gebetsmoment für Jerusalem geben. Auf einen noch festzulegenden späteren Zeitpunkt verschoben werden soll die Chrisam-Messe in der Karwoche mit der Weihe des Chrisam-Öls für Taufe und Firmung. 

Pizzaballa rief die Gläubigen auf, sich am Samstag (28. März) dem Gebet um Frieden anzuschließen, „jeder von uns an seinem eigenen Ort“ und im Gebet geistlich vereint. Ein entsprechendes Rosenkranzgebet wurde demnach vom früheren Franziskaner-Kustos Francesco Patton vorbereitet und kann auf der Seite des Patriarchats heruntergeladen werden.

Text: KNA | Bild: Andrea Krogmann/KNA

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