AdobeStock_521789587 Kaukasus Armenien_Aserbaidschan_Georgien Bild: Peter Hermes Furian/stock.adobe.com

Armenien verhängt Ausreiseverbot für Kirchenoberhaupt

Die Regierung in Jerewan und die Leitung der größten Kirche des Landes liegen seit Monaten im Streit. Manche Bischöfe halten zu Ministerpräsident Paschinjan, andere zu Karekin II. Gegen ihn geht jetzt die Justiz vor.

Die armenische Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen Katholikos Karekin II. eingeleitet. Damit verbunden ist ein Ausreiseverbot für das Oberhaupt der Armenisch-apostolischen Kirche, wie die österreichische Nachrichtenagentur Kathpress am Sonntag meldete. Hintergrund ist ein auch über außenpolitische Fragen geführter Machtkampf zwischen Ministerpräsident Nikol Paschinjan und dem Leiter der Kirche, der rund 93 Prozent der Bevölkerung in Armenien angehören.

Am kommenden Dienstag sollte im österreichischen St. Pölten ein Bischofstreffen unter Leitung Karekins II. stattfinden. Auch gegen sechs Bischöfe, die daran teilnehmen sollten, wurde laut Kathpress vor einigen Tagen ein Strafverfahren eingeleitet und ein Ausreiseverbot verhängt. Vorausgegangen war die Absetzung des Bischofs von Masyatsotn, Gevorg Saroyan, durch die armenische Kirchenleitung. Dies hatte ein staatliches Gericht für nichtig erklärt.

Die armenische Kirchenleitung in Etschmiadzin warf der Staatsanwaltschaft mit ihrem Vorgehen gegen Karekin II. eine verfassungswidrige und illegale Einmischung in innere Angelegenheiten der Kirche vor. Die Maßnahmen seien politisch motiviert und schadeten dem Ansehen des Landes, hieß es in einer Erklärung am Wochenende. Die österreichischen Bischöfe, weitere Kirchenvertreter und Anwälte stellten sich in dem seit Monaten andauernden Streit hinter Karekin II.

Text: KNA | Bild: Peter Hermes Furian/stock.adobe.com

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