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UN-Kommissar warnt vor Eskalation am Horn von Afrika

Trotz eines 2022 geschlossenen Waffenstillstands gibt es wegen des Tigray-Konflikts bis heute rund eine Million Binnenflüchtlinge. Zuletzt gab es erneut Spannungen in der nordäthiopischen Region. Ein UN-Experte warnt.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnt vor einer erneuten Eskalation des Konflikts in der nordäthiopischen Region Tigray. „Die Lage ist nach wie vor äußerst instabil und wir befürchten, dass sie sich weiter verschlechtern wird“, erklärte Türk am Dienstag in Genf. Dies würde die ohnehin prekäre Situation in der Region verschärfen.

Ende Januar kam es in dem ostafrikanischen Land zu Kämpfen zwischen der nationalen Armee und den Tigray Security Forces (TSF). Anfang Februar zogen sich die TSF dann aus einigen Gebieten zurück. Zugleich hielten Auseinandersetzungen mit einer weiteren rivalisierenden Miliz an. Laut UN-Angaben sind rund eine Million Zivilisten noch immer Binnenvertriebene des zweijährigen blutigen Tigray-Konflikts, der 2022 durch einen Waffenstillstand beendet wurde. Die Umsetzung der damaligen Vereinbarungen gestaltet sich jedoch schwierig.

Alle Beteiligten müssten mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft Anstrengungen unternehmen, um zu deeskalieren, forderte Türk. Er warf Armee und TSF vor, Zivilisten festgenommen zu haben, die sie verdächtigten, zur jeweils gegnerischen Seite zu gehören. „Die Zivilgesellschaft ist erneut zwischen den Fronten eskalierender Spannungen gefangen“, so der Kommissar.

Türk zeigte sich zudem besorgt über die jüngsten Spannungen zwischen Äthiopien und dem nördlich gelegenen Nachbarland Eritrea, das an die Region Tigray grenzt. Die Spannungen könnten die menschenrechtlichen und humanitären Probleme in beiden Ländern und in der gesamten Region am Horn von Afrika verschärfen, warnte Türk.

Während des Tigray-Konflikts bis 2022 hatte Eritrea die äthiopische Armee gegen die TSF unterstützt. Zuletzt warf die äthiopische Regierung eritreischen Truppen jedoch vor, in äthiopisches Gebiet vorgedrungen zu sein und Rebellengruppen zu unterstützen.

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