Hunger, Symbolbild Bild: Weltkirche.de-Illustration

Welthungerindex: 645 Millionen Menschen weltweit hungern

Die globale Ernährungslage hat sich verschlechtert. Das liegt an den vielen Krisen und Kriegen, etwa in der Ukraine oder im Iran. Viele Länder werden gesetzte Ziele verfehlen.

Die Krisen der Welt verschlechtern die Hungersituation global: Aktuell hungern weltweit rund 645 Millionen Menschen. Geht der Trend unverändert weiter, werden 57 Länder bis 2030 das Ziel eines niedrigen Hungerniveaus verfehlen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Welthungerindex hervorgeht. In 32 Ländern mit mäßigen, ernsten oder sehr ernsten Hungerindex-Werten für 2026 hat der Hunger seit 2018, dem letzten Referenzjahr, zugenommen.

Gewaltsame Konflikte und Unsicherheit zählten weiterhin zu den größten Treibern von Hunger und Unterernährung. So habe der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die globalen Nahrungsmittel- und Düngemittelmärkte gestört und zu steigenden Lebensmittelpreisen geführt. Die Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die Blockade der Straße von Hormus verschärften die Lage. Der Anstieg der Lebensmittelpreise habe eine gesunde Ernährung für 2,69 Milliarden Menschen unerschwinglich gemacht.

Der Bericht, der von der Welthungerhilfe, der Entwicklungsorganisation Helvetas und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht herausgegeben wird, ermittelt die Entwicklung der globalen Hungersituation. Die Ernährungslage macht der Index an vier Punkten fest: an Unterernährung, also dem Anteil der Bevölkerung, deren Kalorienbedarf nicht gedeckt ist; der Wachstumsverzögerung, das heißt, wenn Menschen für ein bestimmtes Alter zu klein sind; Auszehrung sowie Kindersterblichkeit, also der Anteil der Kinder, die vor dem fünften Geburtstag sterben.

Text: KNA | Bild: Weltkirche.de-Illustration

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: