Überraschung aus Oslo: Die Rechtsexpertin Navanethem „Navi“ Pillay aus Südafrika erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis.
Der Friedensnobelpreis 2026 geht an die südafrikanische Juristin und Richterin Navanethem „Navi“ Pillay. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt.
In der Begründung hieß es, man wolle mit der Wahl die Bedeutung von Justizsystemen auf nationaler und internationaler Ebene hervorheben. Pillay werde für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht geehrt. Die Entscheidung war eine Überraschung, die 85-Jährige zählte nicht zum Favoritenkreis.
Die in Durban geborene Tochter indisch-tamilischer Eltern wurde 1995 die erste nicht-weiße Richterin am Obergericht der Provinz Natal. Anschließend war sie Richterin und von 1999 bis 2003 Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda, danach Richterin am Internationalen Strafgerichtshof. Von 2008 bis 2014 amtierte sie als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Später leitete sie eine UN-Untersuchungskommission zu den palästinensischen Gebieten. Im September 2025 stellte diese Kommission einen Bericht vor, in dem sie Israel Völkermord in Gaza vorwarf.
In diesem Jahr hatte das Nobel-Institut 287 Nominierungen für den Friedensnobelpreis erhalten. 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen standen auf der Liste. Das waren deutlich weniger als 2025. Damals wurden 338 Persönlichkeiten und Organisationen nominiert – die Auszeichnung ging an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado.
In diesem Jahr ist der Preis mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, rund 1,06 Millionen Euro.
Text: KNA | Bild: Nobel Prize Outreach/Clément Morin.







