Logo des Right Livelihood - Alternativer Nobelpreis Bild: Right Livelihood

Alternativer Nobelpreis geht an mutige und kämpferische Frauen

Kleinbäuerinnen im südlichen Afrika, Juristinnen in Pakistan und Georgien, eine US-amerikanische KI-Epertin. Die Trägerinnen des Right Livelihood Award könnten unterschiedlicher kaum sein. Trotzdem verbindet sie viel.

Mit dem Right Livelihood Award werden in diesem Jahr Frauen aus mehreren Ländern für ihren Einsatz gegen autoritäre Herrschaft, patriarchale Gewalt und die unkontrollierte Entwicklung Künstlicher Intelligenz geehrt. „Was sie verbindet, ist der Widerstand gegen Systeme, die Menschen an den Rand drängen – und die gemeinsame Überzeugung, dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt gehört“, erklärte die Stiftung des Right Livelihood Award am Mittwoch in Stockholm. Die Auszeichnung ist in Deutschland auch als Alternativer Nobelpreis bekannt.

Erstmals seit Beginn der Auszeichnung im Jahr 1980 kommt ein Preisträger aus Georgien. Die Georgian Young Lawyers Association wird „für den Aufbau und die Verteidigung der Demokratie und die Wahrung zivilgesellschaftlicher Handlungsfähigkeit unter autokratischem Druck“ ausgezeichnet.

Den Angaben zufolge ist sie die älteste und bekannteste Menschenrechtsorganisation des Landes, die 1994 von ehrenamtlich tätigen Juristen und Juristinnen gegründet wurde, die an der Erarbeitung der ersten Verfassung des unabhängigen Georgiens mitwirkten. Seither habe die Organisation eine zentrale Rolle im Demokratisierungsprozess gespielt und gelte als moralischer Kompass der georgischen Gesellschaft.

Eine weitere Preisträgerin ist Jalila Haider (41) aus Pakistan. Als erste Rechtsanwältin ihrer Hazara-Gemeinschaft, einer ethnischen und religiösen Minderheit im Land, gehe sie erfolgreich gegen ethnische, staatliche und patriarchale Verfolgung vor. 2018 führte Haider wegen gezielter Tötungen von Hazara einen siebentägigen Hungerstreik an.

Geleitet werde sie von der Überzeugung: „Kein Mensch ist illegal.“ Gerechtigkeit sei kein abstraktes Prinzip, so Haider. „Es geht um die Würde, gehört zu werden, die Freiheit zu sprechen und das Recht, ohne Angst zu leben.“

Kleinbäuerinnen-Bewegung geehrt

Ebenfalls geehrt werden den Angaben zufolge mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen in elf Ländern des südlichen Afrikas, die der Bewegung Rural Women’s Assembly angehören. Gemeinsam kämpften sie gegen die Enteignung von Land durch internationale Konzerne, gegen patriarchale Strukturen und für Selbstbestimmung. Statt auf eine herkömmliche NGO-Struktur setze die Bewegung auf eine flache, ehrenamtlich getragene Organisationsform.

Kritisch mit KI setzt sich die US-amerikanische Informatikerin Timnit Gebru auseinander. Sie ist Gründerin des Distributed Artificial Intelligence Research Institute. Sie fordere die bestehende Machtkonzentration im Bereich KI heraus und treibe eine digitale Technologie voran, „die auf Gerechtigkeit, gelebter Erfahrung und menschlicher Selbstbestimmung beruht“, so die Right Livelihood Award Foundation.

Geehrt würden somit Frauen, die nicht auf die Erlaubnis warteten zu handeln, betonte Right-Livelihood-Geschäftsführer Ole von Uexküll. „Sie schreiben die Regeln neu, von denen Autokraten, Patriarchen und die mächtigsten Männer des Silicon Valley dachten, sie allein bestimmen zu können.“

Die Auszeichnungen werden am 1. Dezember in Stockholm übergeben. Aus Gründen der Sicherheit der Preisträger gibt Right Livelihood die Höhe des Preisgeldes nicht öffentlich bekannt.

Text: KNA | Bild: Right Livelihood

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