Als erster Kommandeur der Séléka-Miliz musste sich Mahamat Said Abdel Kani vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Die Richter in Den Haag sprachen ihn jetzt schuldig. Das Strafmaß steht noch nicht fest.
Der Milizenführer Mahamat Said Abdel Kani ist vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im zentralafrikanischen Bürgerkrieg für schuldig befunden worden. Seine Verantwortung für Verschleppung, Folter, Verfolgung und andere Taten stehe zweifelsfrei fest, erklärte die VI. Strafkammer in Den Haag am Mittwoch.
Said war ein Anführer der Séléka-Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik. Die ihm vorgeworfenen Taten beging er in der Hauptstadt Bangui in Zusammenhang mit dem Sturz von Staatschef François Bozizé im Jahr 2013. Gegner der Séléka waren die hauptsächlich christlichen Anti-Balaka-Milizen. Said war der erste Kommandeur der überwiegend muslimischen Séléka-Miliz, der sich vor Gericht verantworten musste.
Die Vorsitzende Richterin Miatta Maria Samba erinnerte bei der Urteilsverkündung an das Leid und die Traumata der Opfer. An dem Verfahren hatten 32 Betroffene teilgenommen und geschildert, wie sie weiterhin unter körperlichen und psychischen Schäden infolge ihrer Inhaftierung und Misshandlung litten.
Über das Strafmaß für den 56-jährigen Said entscheidet die Kammer später. Verteidigung und Anklage können innerhalb von 30 Tagen gegen das Urteil Berufung einlegen. Außerdem wird ein Entschädigungsverfahren für die Opfer eingeleitet. Der Prozess hatte am 26. September 2022 begonnen.
Text: KNA | weltkirche.de/Karte erstellt mit OSM-Daten. Unter CC by SA 3.0 nutz- & Modifizierbar.







