Ein freiwilliger Helfer der Caritas Roma bespricht mit einer Seniorin mit Mundschutz ihre Einkaufsliste, um ihr Lebensmittel zu bringen, am 9. April 2020 in Rom. Bild: Cristian Gennari/Romano Siciliani/KNA

Papst macht Weg frei für Seligsprechung von Aids- und Armenpriester

Zur Jobbeschreibung von Priestern gehört der Einsatz für Benachteiligte. „Don Luigi“ nahm das ernst: Zeitlebens engagierte sich der römische Priester für Arme, Migranten und Aids-Kranke – auch gegen Widerstände.

Papst Leo XIV. hat den Weg frei gemacht für die Seligsprechung das römischen Armenpriesters Luigi di Liegro. Er habe die Entscheidung, das Leben und den Ruf der Heiligkeit von „Don Luigi“ (1928-1997) zu untersuchen, „mit Freude gebilligt“, sagte der Papst am Freitagabend in Rom.

Di Liegro gründete den Caritasverband des Bistums Rom und setzte sich zeitlebens für Arme, Migranten, Obdachlose und Aids-Kranke ein. Dieses Engagement stieß bei den Kirchenoberen oft auf Unverständnis, wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet.

Der Papst gab die Entscheidung bei der Diözesanversammlung des Bistums Rom bekannt, dessen Bischof er auch ist. In seiner Ansprache in der Lateranbasilika, seiner römischen Bischofskirche, bezeichnete Leo XIV. den Priester als Vorbild für ein Evangelium, das sich beim Hören auf die Wirklichkeit konkretisiert.

Di Liegro wurde am 16. Oktober 1928 in Gaeta, rund 120 Kilometer südlich von Rom, als jüngstes von acht Kindern geboren. Nach der Priesterweihe 1953 in Rom arbeitete er in einem Wohngebiet von Eisenbahnern und Tagelöhnern. 1958 verbrachte er einige Zeit in Belgien und erlebte die Notlage italienischer Arbeiter in den dortigen Minen.

Zurück in Rom initiierte er 1969 gemeinsam mit dem Zentrum für Sozialstudien der Päpstlichen Universität Gregoriana die erste „Soziologische Studie zur Religiosität der Christen in Rom“. 1972 wurde er mit dem Aufbau des Pastoralzentrums zur Stärkung der christlichen Gemeinschaft und der sozial-karitativen Dienste beauftragt.

Der Priester, der „Don Luigi“ seinem Ehrentitel „Monsignore“ vorzog, förderte zahlreiche soziale Projekte und mobilisierte Tausende Freiwillige. Neben Obdachlosenunterkünften, Suppenküchen und Anlaufzentren für Migranten gründete er ein Haus für Aids-Kranke im römischen Oberschicht-Viertel Parioli. Dieses Projekt führte er trotz Protesten aus der Nachbarschaft weiter. Die 1979 gegründete Caritas für das Bistum Rom leitete Don Luigi bis zu seinem Tod am 12. Oktober 1997.

Text: KNA | Cristian Gennari/Romano Siciliani/KNA

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