AdobeStock_626645971Symbolbild Dhaka/Bangladesch von oben Bild: Muhammadamdadphoto/stock.adobe.com

Regime-Gegner und Häftling – Bangladesch hat neuen Präsidenten

Seit dem Sturz von Premierministerin Sheikh Hasina im August 2024 befand sich Bangladesch in einer Übergangsphase. Mit der Wahl eines neuen Präsidenten ist die institutionelle Erneuerung nun abgeschlossen.

Mirza Fakhrul Islam Alamgir ist neuer Präsident von Bangladesch. Das Parlament wählte den Kandidaten der regierenden Bangladesh National Party (BNP) am Donnerstag mit einer Mehrheit von 255 Stimmen zum 24. Staatsoberhaupt des südostasiatischen Landes, wie der staatliche Nachrichtendienst BSS News berichtete. Für Oli Ahmed, Kandidat eines Elf-Parteien-Bündnisses, hätten nur 88 Parlamentarier gestimmt.

Fakhrul (78) gilt als das vergleichsweise gemäßigte, wortgewandte und pragmatische öffentliche Gesicht der rechts-konservativen BNP. Er fungierte viele Jahre lang – sowohl während ihrer Zeit in der Opposition als auch in einer Phase, in der die BNP-Führung unter erheblichem Druck der Regierung der Awami-Liga von Sheikh Hasina stand – als wichtigster Sprecher der Partei.

Während des Bangladesch-Kriegs 1971, der zur Unabhängigkeit des Landes von Pakistan führte, kämpfte Fakhrul nach eigenen Angaben auf Seite der Separatisten mit. 1988 schloss er sich der BNP an und wurde nach der Verhaftung der ehemaligen Ministerpräsidentin Khaleda Zia und der Flucht ihres Sohnes Tarik Rahman – inzwischen Ministerpräsident – zum wichtigsten Repräsentanten der Partei. Im Zuge der Aufstände, die 2024 letztlich zum Sturz der Langzeitmachthaberin Sheikh Hasina führten, wurde Fakhrul im Oktober 2023 festgenommen und mehrere Monate inhaftiert.

Seit dem Sturz von Hasina befand sich Bangladesch in einer Transition. Zunächst leitete Friedensnobelpreisträger Mohammed Yunus eine Übergangsregierung. Die Parlamentswahl im Februar dieses Jahres gewann die BNP mit Rahman als Spitzenkandidat mit einem Erdrutschsieg.

Die letzte Präsidentschaftswahl mit mehreren Kandidaten hatte am 8. Oktober 1991 stattgefunden. In den Jahren 1996 bis 2023 war keine Abstimmung erforderlich, da jeweils nur ein Kandidat zur Wahl stand.

Text: KNA | Bild: Muhammadamdadphoto/stock.adobe.com

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