Flagge von Myanmar auf brüchiger Mauer Bild: Xookits/stock.adobe.com (Symbolbild)

UN befürchten über 500 Tote bei Schiffsunglücken vor Myanmar

Berichten zufolge sind zwei Boote mit Hunderten von Flüchtlingen vor der Küste Myanmars gekentert. Aus Sicht von UN-Agenturen unterstreicht die Tragödie, dass es weiterhin keine Lösung für Rohingya-Flüchtlinge gibt.

Vor der Küste von Myanmar sind nach unbestätigten Berichten zwei Boote mit zusammen mehr als 500 Personen gekentert, überwiegend Flüchtlinge der muslimischen Minderheit der Rohingya. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR und die Internationale Organisation für Migration in Genf äußerten sich am Donnerstag „zutiefst besorgt über den möglicherweise verheerenden Verlust an Menschenleben“. Die Vorfälle sollen sich in den vergangenen Tagen ereignet haben.

Den Angaben zufolge hatte ein Boot mit vermutlich 250 Menschen an Bord kurz nach der Abfahrt vom myanmarischen Bundesstaat Rakhine den Kontakt verloren. Ein zweites Boot mit angeblich rund 280 Menschen soll am 8. Juli vor der Küste von Ayeyarwady gesunken sein.

Laut den Vereinten Nationen sind in diesem Jahr bislang fast 300 Menschen in der Andamanensee und im Golf von Bengalen ums Leben gekommen oder vermisst gemeldet worden. Die jüngsten Berichte unterstrichen die Folgen langwieriger Konflikte und Vertreibungen und das Fehlen nachhaltiger Lösungen für die Rohingya. Auch eine sich verschlechternde humanitäre Lage in Myanmar sowie eine begrenzte Flüchtlingshilfe in Bangladesch trügen dazu bei, dass immer mehr Menschen gefährliche Seereisen wagten.

Text: KNA | Bild: Xookits/stock.adobe.com (Symbolbild)

Mehr aus der Weltkirche

  • „Heute kann man einen Sklaven für wenige Hundert Euro bekommen“

    „Heute kann man einen Sklaven für wenige Hundert Euro bekommen“

    Auch in Europa werden bis heute Menschen verkauft und missbraucht, als wären sie eine handelbare Ware. Die rumänische Psychologin Iana Matei geht dagegen vor – und erhielt für ihr Engagement nun eine wichtige Auszeichnung.


  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: