Flagge Albaniens Bild: dr/weltkirche.de

Lage in Albanien spitzt sich zu – Proteste gegen Polizei

Seit mehr als einem Monat gehen Regierungsgegner in Albanien auf die Straße. Zuletzt spitzte sich die sogenannte „Flamingo-Revolution“ zu. Beobachter warnen vor einer Eskalation.

Bei den weitgehend friedlichen Anti-Regierungs-Protesten in Albanien ist es in der Nacht zum Sonntag zu gewaltsamen Szenen gekommen. Sicherheitskräfte setzten einen Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die laut albanischen Medienberichten die Fenster einer Polizeistation in der Hauptstadt Tirana eingeschlagen hatten. Zuvor waren erneut zehntausende Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama auf die Straße gegangen.

Den Berichten nach hatte die Gruppe von Regierungsgegnern die Freilassung mehrerer Mitstreiter gefordert. Diese waren in den Tagen zuvor bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften vor dem albanischen Parlament verhaftet worden. Am Sonntagmorgen versammelten sich etliche Demonstranten vor einem Gericht in Tirana, wo 21 festgenommene Regierungsgegner erwartet wurden.

Unter Druck: Albaniens Ministerpräsident Edi Rama. Archivbild: Damian Raiser/weltkirche.de

Albanien ist EU-Beitrittskandidat. Seit gut einem Monat sind die Aktivisten der sogenannten „Flamingo-Revolution“ auf der Straße. Der pinke Vogel wurde zum Symbol der Umweltproteste, die sich gegen ein geplantes Luxusresort des US-Investors und Trump-Schwiegersohns Jared Kushner an Albaniens Südküste richten. Zusätzlich zu einem Baustopp fordern die Gegner inzwischen auch den Rücktritt von Regierungschef Rama. Zudem wurde Oppositionsführer Sali Berisha zur Zielscheibe der Proteste.

Am Samstag warnte das Albanische Helsinki-Komitee, eine führende Menschenrechtsorganisation, vor einer Eskalation der Proteste. Sorge herrsche über die Gewaltakte von Einzelnen sowie über die unverhältnismäßige Gewalt durch Sicherheitsbehörden.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de

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