Zwei Bälle liegen auf einem Tisch. Bild: Damian Raiser/weltkirche.de

Paraguay feiert Sieg mit nationalem Feiertag

Große Enttäuschung nach dem WM-Aus in Deutschland, riesige Freude in Paraguay. Die ist so groß, dass der Präsident sogar einen Feiertag angeordnet hat. Nicht zum ersten Mal ruht wegen der Nationalmannschaft die Arbeit.

Der Sieg über die deutsche Nationalelf beschert Paraguay einen zusätzlichen Feiertag. Mit sechs Worten verkündete Paraguays Präsident Santiago Peña die Nachricht in Sozialen Netzwerken am Montagabend (Ortszeit): „Paraguay gibt niemals auf. Feiertag, verdammt“. Deutschland unterlag dem Team aus Südamerika am Montagabend im Elfmeterschießen.

Peña unterschrieb sogleich ein Dekret, das für das ganze südamerikanische Land den Dienstag zu einem nationalen Feiertag erklärte. Bereits am Montag fanden im ganzen Land spontane Jubelfeiern statt. In der Hauptstadt Asuncion strömten Zehntausende auf die Straßen.

Weitere WM-Feiertage?

Die rechtliche Grundlage für die Ausrufung eines Feiertages bildet laut paraguayischer Zeitung „ABC“ das Gesetz Nummer 7.544. Es ermächtigt den Präsidenten, bei entsprechenden Anlässen bis zu drei zusätzliche Feiertage pro Kalenderjahr festzulegen.

Vor knapp einem Jahr war der Fußball schon einmal der Grund für einen kurzfristig ausgerufenen Feiertag. Am 5. September 2025 feierten die Menschen, nachdem sich die „Albirroja“ rechnerisch endgültig für die laufende Weltmeisterschaft qualifiziert hatte.

Theoretisch hätte der Präsident also noch Luft für zwei weitere Feiertage im laufenden Jahr; vielleicht nach einem weiteren Überraschungserfolg im Achtelfinale am 4. Juli gegen den Sieger der Partie Frankreich gegen Schweden.

Sportpastoral ruft zu Zusammenhalt und Fairness auf

Mit einer Botschaft an die Gläubigen und die gesamte Bevölkerung hatte die Sportpastoral des Erzbistums Asunción der paraguayischen Fußballnationalmannschaft vor der Partie ihre Unterstützung ausgesprochen. In einer Botschaft, die das Erzbistum in sozialen Netzwerken veröffentlichte, wurde zu Hoffnung, Zusammenhalt und einem fairen Miteinander aufgerufen.

Die Sportpastoral des Erzbistums Asunción hob die verbindende Kraft des Sports hervor und ermutigte die Nationalspieler, mit Einsatz, Disziplin, Respekt und Teamgeist für ihr Land einzustehen. Zugleich appellierte sie an die Fans, das Turnier in einer friedlichen und familiären Atmosphäre zu erleben. Fußball solle vor allem eine Brücke der Brüderlichkeit sein und Menschen miteinander verbinden. Der Schlusssatz der Botschaft – „¡Éxito, Albirroja!“ („Viel Erfolg, Albirroja!“) – hallte offenbar bis ins WM-Stadion in Boston.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de

30.06.2026, 09:34: Botschaft Sportpastoral hinzugefügt /dr

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