Kolumbiens künftiger Präsident Abelardo de la Espriella will mit harter Hand gegen die Rebellengruppen im Land vorgehen. Das deutsche Hilfswerk Adveniat beobachtet die Entwicklung mit Sorge.
Nach dem Sieg des rechten Hardliners Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien hat sich das kirchliche Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat besorgt geäußert. Dem Kölner Internetportal domradio.de sagte Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier am Dienstag: „Wenn de la Espriella tatsächlich Bukele, den Präsidenten von El Salvador, zum Vorbild nimmt, würde das bedeuten, dass Sicherheit möglicherweise auf Kosten von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten gesucht wird.“
Mit Blick auf den gescheiterten Friedensprozess mit den zahlreichen Rebellengruppen im Land ist Maier wenig zuversichtlich. „De la Espriella hat angekündigt, in den ersten 90 Tagen seiner Regierung die bewaffneten Gruppen militärisch massiv zu bekämpfen.“ Dies könne dazu führen, dass die Gewalt zunächst weiter zunehme. Es seien etwa 24.000 bewaffnete Kämpfer in Kolumbien aktiv. „Unter einer neuen militärischen Offensive würde vor allem die Zivilbevölkerung in den betroffenen Regionen leiden“, gab der Lateinamerika-Experte zu bedenken.
Frühere Regierungen hätten bereits versucht, den jahrzehntelangen Konflikt militärisch zu lösen. Aber das sei nie gelungen. Insofern sei der Ansatz des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro, auf Verhandlungen zu setzen, grundsätzlich richtig gewesen. „Das Problem war allerdings, dass diese Verhandlungen bislang nur wenige konkrete Ergebnisse gebracht haben“, so Maier.
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de



