Eine Mutter, ihr Kind und eine Kerze: Mit einem bewusst zurückhaltenden Motiv wirbt das Bonifatiuswerk für die Diaspora-Aktion 2026. Im Mittelpunkt der Kampagne steht diesmal ein Hospiz-Projekt aus Berlin.
Mit einem Bild, das bewusst auf leise Töne setzt, wirbt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken für seine Diaspora-Aktion 2026. Im Mittelpunkt steht eine junge Mutter, die gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn in einer Kirche eine Kerze entzündet. Die Szene prägt die bundesweite Kampagne, die unter dem Leitwort „Glauben bezeugen – Hoffnung teilen“ steht.
Vorgestellt wurde die Aktion Anfang Juni am Rande der Feierlichkeiten zum Bonifatiustag in Paderborn. Nach Angaben des Bonifatiuswerkes soll das Leitwort den Blick auf das richten, was Menschen in einer Zeit von Krisen und Umbrüchen Orientierung geben kann.
Kriege, gesellschaftliche Spannungen, wirtschaftliche Sorgen und die Klimakrise prägten gegenwärtig das Leben vieler Menschen, erklärte das Hilfswerk. Gleichzeitig befänden sich auch die Kirchen in einer großen Umbruchphase. Vor diesem Hintergrund richte das Bonifatiuswerk bei der Diaspora-Aktion bewusst auf den Glauben als Quelle von Orientierung, Hoffnung und Zuversicht.
Glaubenszeugnis in der Diaspora
Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Georg Austen, versteht das Leitwort als Einladung, den Glauben sichtbar zu leben. „Das Leitwort möchte zur Ermutigung beitragen, das Evangelium in Wort, Tat und Gebet in der Welt zu verkünden und zu leben“, so Austen.
Besonders deutlich werde dies in den Regionen, die das Bonifatiuswerk unterstützt. Als Diaspora bezeichnet die katholische Kirche Gebiete, in denen Katholikinnen und Katholiken in einer Minderheitensituation leben. Das Hilfswerk fördert dort kirchliches Leben, pastorale Projekte und soziale Initiativen.
Viele Gemeinden, insbesondere in Nordeuropa, seien heute international geprägt, betonte Austen. „Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Lebensgeschichten finden dort in der Gemeinschaft der Kirche zueinander. Wo dieser Glaube glaubwürdig und authentisch gelebt wird, strahlt er aus, schenkt Hoffnung und berührt die menschliche Existenz.“
Glaube wird weitergegeben
Das Kampagnenmotiv greift diesen Gedanken auf. Es zeigt die junge Mutter Katrin mit ihrem einjährigen Sohn Hennes beim Anzünden einer Kerze in einer Kirche. Deren Schein stehe symbolisch für Glauben, Hoffnung und Gebet. Gleichzeitig verweise der Akt des Kerze-Anzündens in einer Kirche auf etwas Grundlegendes: Glaube werde weitergegeben. Nicht abstrakt oder theoretisch, sondern durchs Vorleben und durch kleine Gesten im Alltag.
„Hennes kann die Bedeutung der Handlung noch nicht verstehen, dennoch erlebt er Nähe, Vertrauen und Geborgenheit. Die leise Sprache des Bildes erzählt davon, wie Glaube von Generation zu Generation weitergetragen wird. Das Motiv erinnert daran, dass Glauben oft im Kleinen beginnt: im gemeinsamen Staunen und Beten, im Vertrauen und im Licht, das Menschen füreinander entzünden“, heißt es vom Bonifatiuswerk
Auftakt in Fulda
Eröffnet wird die bundesweite Diaspora-Aktion am 8. November 2026 im Dom St. Salvator. Höhepunkt ist schließlich der Diaspora-Sonntag am 15. November. An diesem Tag wird in katholischen Gottesdiensten bundesweit für die Arbeit des Bonifatiuswerkes gesammelt.
Die Spenden dienen der Unterstützung katholischer Gemeinden und Projekte in Regionen, in denen Christinnen und Christen ihren Glauben als Minderheit leben.
Hospizarbeit als Beispielprojekt
Zur Aktion stellt das Bonifatiuswerk traditionell ein Förderprojekt vor. Im Jahr 2026 fiel die Wahl auf die Hospiz- und Trauerarbeit des Malteser Hilfsdienst in Berlin.
Das Angebot richtet sich an Menschen in Trauersituationen und umfasst unterschiedliche Formate – von Gesprächsgruppen über Begegnungsangebote bis hin zu kreativen und gemeinschaftsstiftenden Projekten. Dazu gehören etwa der Koch- und Backtreff „Trauer & Klöße“, Sommerveranstaltungen für Trauernde oder Tango-Tanzangebote für Menschen, die einen nahestehenden Angehörigen verloren haben oder selbst von einer lebensverkürzenden Erkrankung betroffen sind.
Mit der Auswahl des Projekts möchte das Bonifatiuswerk zeigen, wie christliche Hoffnung und Begleitung auch in schwierigen Lebenssituationen konkret erfahrbar werden können.
Informationen und Mitmach-Tipps
Text: Weltkirche.de mit Informationen des Bonifatiuswerk | Bild: Hartmut Salzmann/Bonifatiuswerk







