Haiti Flag Rumpled Close Up, Flagge, Fahne, Symbolbild Haiti Bild: natanaelginting/stock.adobe.com (Symbolbild)

Zahl der Vertriebenen in Haiti erreicht neuen Höchststand

Ein in Teilen marodes Land, in dem Banden nach dem Gesetz der Straße herrschen: 1,5 Millionen Menschen sind in Haiti auf der Flucht. Dennoch wird weiter dorthin abgeschoben. Jetzt drohen Tropenstürme.

In dem von Bandengewalt und Hunger gezeichneten Karibikstaat Haiti sind nach UN-Angaben inzwischen 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als je zuvor. Der Missionsleiter der Internationalen Organisation für Migration, Gregoire Goodstein, sprach bei der Bekanntgabe neuer Daten am Freitag in Genf von einer „alarmierenden Phase“. Angriffe bewaffneter Gangs beschränkten sich nicht mehr auf bestimmte Stadtteile oder Regionen, sondern erreichten zusehends auch Gemeinden, die bisher als sicher galten. So seien immer mehr Menschen erneut zur Flucht gezwungen.

Allein aus Cité Soleil, einem der größten Elendsviertel der westlichen Welt nahe der Hauptstadt Port-au-Prince, mussten laut den Vereinten Nationen im Mai mehr als 18.000 Menschen vor der Gewalt fliehen. Damit steige die Zahl der Binnenvertriebenen im Raum Port-au-Prince erstmals über 300.000.

Die Krise werde durch Zwangsrückführungen von schutzsuchenden Haitianern aus dem Ausland verschlimmert, heißt es. Seit Anfang 2026 seien mehr als 110.000 haitianische Staatsbürger in ihre Heimat abgeschoben worden, darunter Frauen und Kinder, so die UN-Organsisation. Viele seien in überlasteten Gemeinden oder in Gebieten mit hoher Bandenkriminalität gelandet und Hunger, Armut, Ausbeutung und Missbrauch schutzlos ausgeliefert. Die beginnende Hurrikan-Saison verschärfe die Probleme.

Text: KNA | Bild: natanaelginting/stock.adobe.com (Symbolbild)

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