Gewehrpatronen stehen neben einer Flagge der Europäischen Union Bild: Damian Raiser/weltkirche.de

Greenpeace kritisiert Geldverschwendung in Rüstungspolitik

Wäre die Nato im Zweifel auch ohne die USA in der Lage, sich gegen äußere Feinde wie Russland zu verteidigen? Ja, meinen die Experten von Greenpeace. Die eigentlichen Probleme in der Rüstungspolitik lägen woanders.

Die Debatte über Aufrüstung in Europa geht nach Ansicht von Greenpeace in eine falsche Richtung. „Die gigantischen, zusätzlichen finanziellen Mittel, wie sie jetzt allenthalben zur Verfügung gestellt werden, zementieren lediglich die vorhandenen Missstände“, heißt es in einer am Dienstag in Hamburg vorgestellten Studie der Organisation. Dramatisch sei, dass die auf diese Weise verschwendeten Summen ins schier Unermessliche wüchsen. „Diese Mittel werden dann in anderen Bereichen schmerzlich fehlen.“

Stattdessen plädieren die Autoren für mehr Zusammenarbeit auf europäischer Ebene – auch mit Blick auf die aktuelle Bedrohung durch Russland. „Wer Europas Sicherheit allein mit immer mehr Milliarden und neuen Waffen garantieren will, übersieht die wahren Probleme: fehlende Kooperation, teure Doppelstrukturen und nationale Egoismen“, so der Experte für Frieden und Abrüstung bei Greenpeace, Alexander Lurz. „Sicherheit entsteht nicht durch blinde Aufrüstung, sondern durch eine gemeinsame Verteidigungspolitik mit Augenmaß.“

Die Studie mit dem Titel „Europa allein zu Haus? Europas Sicherheitspolitik in Zeiten Donald Trumps“ kommt weiter zu dem Schluss, dass die europäischen Nato-Staaten mit Kanada schon jetzt mehr in ihre Streitkräfte als Russland investieren. Im Jahr 2025 gaben sie demnach zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar (etwa 540 Milliarden Euro) aus, Russland dagegen etwa 190 Milliarden US-Dollar.

Besonders deutlich zeige sich die Überlegenheit bei Kampfflugzeugen (Nato-Europa und Kanada: 2.215, Russland 1.064), Kriegsschiffen (143 zu 34) und Artillerie (15.896 zu 5.976). Diese Zahlen bestätigten die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahr 2024. Europa verfüge grundsätzlich bereits über enorme Verteidigungsressourcen. „Das gilt laut der jüngsten Untersuchung auch für den Fall, dass sich die USA aus der Nato zurückziehen“, hieß es.


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Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de

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