Karte der Karibik, USA, Honduras, Bahamas, Bermudas, Mexiko, USA. Bild: dr/weltkirche.de auf Basis von Natural Earth-Daten

Massaker an mindestens 20 Landarbeitern in Honduras – Bischöfe protestieren

Mehr als 20 Menschen, darunter auch Kinder, wurden bei einem Angriff auf eine Palmölplantage in Honduras ermordet. Hintergrund sind mafiöse Streitigkeiten, derer die Regierung nicht Herr wird. Kein Einzelfall.

Nach einem schweren Gewaltverbrechen im Norden von Honduras zeigt sich die Bischofskonferenz empört und erschüttert. Bei einem bewaffneten Angriff krimineller Banden auf eine Palmölplantage in der Gemeinde Trujillo wurden 20 Landarbeiter getötet, wie Vatican News am Samstag berichtete.

Der Sprecher der nationalen Staatsanwaltschaft, Yuri Mora, bezeichnete das Verbrechen im Dorf Rigores als einen der schwersten Gewaltexzesse der vergangenen Jahre in der Region Colón. Die Opfer waren laut Bericht 15 Männer, drei Frauen und zwei Minderjährige. Bandenmitglieder eröffneten nach Behördenangaben das Feuer in einer Kirche, in der die Arbeiter vor Beginn ihrer Schicht Schutz gesucht hatten.

Die honduranischen Bischöfe verurteilten das Verbrechen und verwiesen auch auf eine jüngste Welle der Gewalt in den nördlichen Regionen Corinto und Omoa an der Grenze zu Guatemala, bei der mehrere Polizisten und Zivilisten getötet wurden.

Der intensive Ausbau der Palmölplantagen hat im Norden von Honduras traditionelle Nutzpflanzen wie Mais, Bohnen und Zitrusfrüchte weitgehend verdrängt. Streitigkeiten, an denen teils auch private Sicherheitsdienste von Agrarunternehmen beteiligt seien, prägen die Region seit Jahrzehnten.

Anwohner sprachen von einem Klima der Angst. Der Anbau der afrikanischen Ölpalme habe viele Tragödien und Konflikte über Landrechte mit sich gebracht, ohne dass die wechselnden Regierungen in Tegucigalpa eine dauerhafte Lösung für das Problem herbeiführen konnten.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de auf Basis von Natural Earth-Daten

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