Dirk Bingener, designierter Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" und des Internationalen Katholischen Missionswerks missio Aachen, am 30. August 2019 in Aachen. Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Kindermissionswerk besorgt über AfD-Vorsitz in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ äußert sich besorgt über den neuen Vorsitz der Kinderkommission im Deutschen Bundestag. Den wird ab dem morgigen Montag (11. Mai) die AfD stellten. Das katholische Hilfswerk sieht dadurch Glaubwürdigkeit und Vertrauen in der Kinderpolitik gefährdet – und fordert die demokratischen Parteien auf, Haltung zu zeigen.

Die Kinderkommission trage eine besondere Verantwortung, so Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks. Sie solle die Interessen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt parlamentarischer Arbeit stellen, deren Rechte stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. „Der Vorsitz dieses Gremiums ist daher nicht nur ein organisatorisches Amt, sondern ein wichtiges politisches Signal“, so Bingener.  Aus der langjährigen Arbeit mit Kindern weltweit wisse man: „Kinderrechte sind unteilbar. Sie gelten für alle Kinder, unabhängig von Herkunft, Religion, sozialem Status oder familiärer Situation.“ Politische Positionen, die Ausgrenzung betrieben, Vielfalt in Frage stellten oder Solidarität begrenzten, stehen aus der Sicht des Kindermissionswerks im Widerspruch zum Grundverständnis und zu den Werten der Kinderkommission.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Angela Rudzka, neue Vorsitzende der Kinderkommission, kritisierte am Montag Bingeners Aussagen in einer Erklärung, die online veröffentlicht wurde. Es sei unfassbar, wie heute demokratisch legitimierte Abgeordnete allein wegen ihrer Parteizugehörigkeit öffentlich delegitimiert werden sollten, heißt es in dem Text. Rudzkas Partei, die AfD, wird vom Bundesverfassungsschutz seit 2022 als sogenannter rechtsextremistischer Verdachtsfall bearbeitet, u.a. „weil in ihren Verlautbarungen vielfach ein ethnisch-abstammungsmäßig geprägtes Volksverständnis zum Ausdruck, das im Widerspruch zum Volksverständnis des Grundgesetzes steht“.

Vom Kindermissionswerk heißt es, die Kinderkommission brauche einen Vorsitz, der Vertrauen schaffe – bei Familien, bei Fachorganisationen, bei Kirchen und zivilgesellschaftlichen Initiativen und nicht zuletzt bei den Kindern selbst. Sie müsse ein Raum bleiben, in dem christliche Werte von Achtung, Verantwortung und Zusammenhalt praktisch wirksam werden. Der Vorsitz durch die AfD belaste dieses Vertrauen erheblich, so Bingener.

Das Kindermissionswerk fordert daher in der Pressemitteilung die demokratischen Parteien auf, Haltung zu zeigen. Sie müssten gemeinsam für die Kinderrechte eintreten und alles dafür tun, dass die Kommission nicht für parteipolitische, populistische und ideologische Zwecke instrumentalisiert werde. Die Kinderkommission müsse ein Ort bleiben, an dem die Interessen junger Menschen verbindend und verantwortungsvoll vertreten werden.

Text: Weltkirche.de mit Informationen von Kindermissionswerk und AfD-Bundestagsfraktion | Bild: Julia Steinbrecht/KNA

11.05.2026, 13:24 Uhr: Statement AfD

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