Kirchenentwicklung, Gedenken und gemeinsames Gebet: Die Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz hat sich zu ihrer jährlichen Sitzung in Płock, einer der ältesten Bischofsstädte Polens, getroffen. Neben dem Gastgeber, Bischof Dr. Szymon Stułkowski (Płock), nahmen die Co-Vorsitzenden der Gruppe, Erzbischof Dr. Stanisław Budzik (Lublin) und Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), sowie Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Bischof Tadeusz Lityński (Zielona Góra) teil.
Ein zentrales Thema der Gespräche war die Kirchenentwicklung in den beiden Nachbarländern, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz. Dabei zeigten sich den Angaben zufolge trotz aller Verschiedenheiten in der historischen und gesellschaftlichen Ausgangslage ähnliche pastorale Herausforderungen. Die deutschen Bischöfe stellten dabei die Ergebnisse der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung vor. Die polnischen Bischöfe berichteten ihrerseits von den Auswirkungen der demografischen Entwicklung in ihrem Land auf die katholischen Schulen und Universitäten. Zudem gaben sie einen Einblick in die Arbeit für Migranten vor allem aus der Ukraine. In beiden Ländern müsse die Kirche Antworten auf wachsende Probleme bei der Finanzierung ihrer Aufgaben finden, heißt es. Der Co-Vorsitzende, Bischof Bertram Meier, betonte, der Austausch mit den Nachbarn sei für beide Seiten hilfreich. „Gerade weil die Kirchenentwicklung in Polen und Deutschland von der gesellschaftlichen Lage und der Geschichte her ganz unterschiedlich geprägt ist, aber sich in vielem doch ähnelt, können wir voneinander lernen“, so Meier
Bei dem Treffen blickten die Bischöfe auch auf die gemeinsamen Gedenkveranstaltungen im vergangenen Jahr zurück. So war am 18. November 2025 in Breslau an den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe von 1965 erinnert worden, in dem die Bischöfe den bleibenden Auftrag anerkannten, für Versöhnung und Frieden in Europa zu arbeiten. Bischof Meier resümierte, die deutsch-polnischen Beziehungen seien in den vergangenen Jahren unter Druck geraten. Daher wolle man auch jenseits von Jahrestagen das Kennenlernen und das Verständnis zwischen Polen und Deutschland fördern und zur Versöhnung beitragen.
In Płock beteten die Bischöfe zudem am Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes und sprachen mit den dortigen Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit über die hl. Faustyna Kowalska und ihr bis heute lebendiges Erbe. Der Legende nach empfing die hl. Faustina in diesem Kloster Visionen, die zu einem der bekanntesten Andachtsbilder des barmherzigen Christus und im Jahr 2000 zur Einführung des Sonntags der Barmherzigkeit durch Papst Johannes Paul II. führten.
Die Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz wurde in den 1990er Jahren – nach dem Ende des Kommunismus in Europa – gegründet, um den Austausch zwischen den Bischofskonferenzen beider Länder zu intensivieren und zur Versöhnung zwischen den Völkern beizutragen. Nachdem die Kontaktgruppe in der Anfangszeit stärker mit der Klärung strittiger Fragen im kirchlichen Bereich befasst war, entwickelte sie sich seit Mitte der 2000er Jahre immer mehr zu einem Gremium, das das wechselseitige Verständnis zwischen der Kirche in Polen und Deutschland fördern und gemeinsame Aktivitäten der beiden Bischofskonferenzen anstoßen möchte.
Text: weltkirche.de und DBK | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com






