Luftbild von Kabul (Afghanistan) Bild: Omar_Sayami/stock.adobe.com

Afghanistan: Taliban berichten von 400 Toten durch Luftangriff auf Klinik

Seit Monaten bekämpfen sich Afghanistan und Pakistan. Der Ende 2025 von Katar und der Türkei vermittelte Waffenstillstand ist brüchig. China forderte am Montag einen Waffenstillstand „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“.

Bei einem Luftschlag Pakistans auf die afghanische Hauptstadt Kabul sollen nach afghanischen Angaben 400 Patienten einer Entzugsklinik für Drogenabhängige getötet worden sein. „Die Zahl der Märtyrer des Bombenanschlags auf die Drogenrehabilitationsklinik in Kabul hat rund 400 erreicht und etwa 250 weitere wurden verletzt“, erklärte der stellvertretende Taliban-Sprecher Hamdullah Fitrat am Dienstag auf der Plattform X. Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar sprach dagegen von „falschen Behauptungen“ und Propaganda des „Taliban-Regimes“. Die pakistanische Armee habe vielmehr in der Nacht des 16. März mit „Präzisionsluftschlägen“ nur militärische Einrichtungen in Kabul und Nangarhar angegriffen.

Reporter der britischen BBC berichteten am Dienstag, sie hätten bei einem Besuch der Entzugsklinik in Kabul mehr als 30 Leichen gesehen. Die Angaben des Sprechers der Taliban-Regierung, die Zahl der Todesopfer habe mindestens 400 erreicht, habe die BBC nicht unabhängig überprüfen können.

Der Konflikt zwischen den Nachbarn Pakistan und Afghanistan eskalierte im Februar. Bei Angriffen Pakistans auf Afghanistan wurden nach Angaben der „Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan“ zwischen dem 26. Februar und 5. März mindestens 75 Menschen getötet und 193 verletzt.

Hintergrund der seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ist der Vorwurf Pakistans, die Führung der militanten Gruppe „Tehreek-e-Taliban Pakistan“ (TTP) und viele ihrer Kämpfer seien in Afghanistan stationiert und würden von dort immer wieder Pakistan angreifen. Die Führung in Kabul weist diese Anschuldigungen entschieden zurück und wirft ihrerseits Pakistan vor, Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu beherbergen. Das dementiert wiederum Pakistan.

Text: KNA | Bild: Omar_Sayami/stock.adobe.com

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