Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Schäden an Weltkulturerbe

Massive Schäden am Preah Vihear: Seit über 60 Jahren schwelt der Streit um den Hindutempel. In den vergangenen Monaten geriet er durch den eskalierten Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha unter Beschuss.

Der seit dem vergangenen Jahr schwelende militärische Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat schwere Schäden an der historischen Tempelanlage Preah Vihear in Kambodscha verursacht. Kambodschanische Behörden hätten massive strukturelle Schäden an dem rund 1.000 Jahre alten antiken Hindu-Tempel sowie viele Blindgänger und Munitionsreste dokumentiert, berichteten Medien in Thailand am Montag. Kambodscha habe die UN-Kulturorganisation Unesco offiziell über das Ausmaß der Zerstörungen informiert. Der Hindutempel Preah Vihear aus dem 10. Jahrhundert ist dem Gott Shiva geweiht.

1962 sprach der Internationale Gerichtshof (IGH) den Tempel Kambodscha zu. 2008 erklärte die Unesco Preah Vihear zum Weltkulturerbe. Seitdem sind die Proteste auf beiden Seiten immer wieder eskaliert. 2003 wurde die thailändische Botschaft in Phnom Penh von einer aufgebrachten Menge in Brand gesetzt, nachdem sich das Gerücht verbreitet hatte, Thailand erhebe erneut Anspruch auf den Tempel. Nachdem 2013 der IGH sein Urteil aus dem Jahr 1962 bestätigt hatte, kam es zu einem kurzen militärischen Konflikt zwischen den beiden Ländern.

Im Juli 2025 eskalierte der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha erneut militärisch. Mehr als 40 Menschen starben und rund 300.000 mussten aus ihren Dörfern fliehen. Ein von US-Präsident Donald Trump, China und Malaysia vermittelter Waffenstillstand erwies sich als brüchig.

Auch in der jüngeren Geschichte Kambodschas spielte Preah Vihear eine zentrale Rolle. Nach der Befreiung der meisten Gebiete Kambodschas von den kommunistischen Roten Khmer durch vietnamesische Truppen 1979 konnte sich das Regime von Diktator Pol Pot in der Region um Preah Vihear halten. Erst 1998 kapitulierten die Roten Khmer in Preah Vihear.

Im Juni 1979 war die Gegend um den Tempel Schauplatz erzwungener Rückführungen von 42.000 kambodschanischen Flüchtlingen aus Thailand. Sie wurden vom thailändischen Militär nach Preah Vihear gefahren und mussten die steilen Klippen hinabklettern. In der Ebene darunter erwarteten sie Minenfelder. Etwa 3.000 Flüchtlinge überlebten die erzwungene Rückkehr nach Kambodscha nicht.

Text: KNA | Bild: Canva (Symbolbild)

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