Kinder sind keine Soldaten. Red Hand Day.

Bündnis fordert mehr Schutz für geflüchtete Kindersoldaten

Am Donnerstag erinnert der „Red Hand Day“ an das Schicksal von Kindersoldaten. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern mehr Schutz für diejenigen, die nach Deutschland fliehen konnten.

Zum Aktionstag „Red Hand Day“ am Donnerstag ruft ein Bündnis die Bundesregierung zu mehr Schutz für nach Deutschland geflüchtete ehemalige Kindersoldaten auf. Die zunehmend strengere Asylpraxis führe dazu, dass selbst schwerst traumatisierte ehemalige Kindersoldaten von Abschiebung bedroht seien, kritisierte der Sprecher des Deutschen Bündnisses Kindersoldaten, Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes, am Mittwoch. In dem Bündnis sind neun Organisationen zusammengeschlossen, darunter die Kindernothilfe, Missio Aachen und die katholische Friedensbewegung Pax Christi.

Deutschland müsse seine Verantwortung wahrnehmen, so Willinger. Gerade für traumatisierte Menschen seien Angst und Unsicherheit fatal, weil die Gefahr einer Retraumatisierung bestehe und etwa schwere Depressionen und Suizidversuche drohten. Viele Betroffene wüssten zudem, dass sie in ihren Heimatländern als ehemalige Kindersoldaten verfolgt würden – etwa weil sie gezwungen worden seien, die Regierung zu bekämpfen, oder aus Rache für begangene Verbrechen.

Laut dem Bündnis wurden zuletzt vor allem in der Demokratischen Republik Kongo sowie in Nigeria, Somalia, Syrien, Myanmar, Kolumbien und Mosambik Kinder durch bewaffnete Streitkräfte und Gruppen rekrutiert und als Kämpfer eingesetzt. Grobe Schätzungen gingen von Hunderttausenden betroffenen Kindern weltweit aus, so Willinger.

Der „Red Hand Day“ erinnert jährlich an das am 12. Februar 2002 in Kraft getretene Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sammeln dabei gemalte rote Hände und übergeben sie etwa an Politiker.

Text: KNA | Bild: Eva Zimmermann/Red Hand Day

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