Wie erwartet hat die Partei Vetevendosje von Ministerpräsident Albin Kurti die Parlamentswahl gewonnen. Der Vorsprung sorgt aber für Überraschung. Endet in dem kleinen Balkanstaat jetzt die politische Blockade?
Im Kosovo hat die Regierungspartei Vetevendosje („Selbstbestimmung“, VV) mit deutlichem Vorsprung die Parlamentswahl am Sonntag gewonnen. Wie die staatliche Wahlbehörde in der Nacht zu Montag bekanntgab, holte die Partei von Ministerpräsident Albin Kurti nach vorläufigem Ergebnis mehr als 49 Prozent der Stimmen. Damit wächst die Hoffnung, dass das Land der politischen Pattsituation entkommt, in der es seit fast einem Jahr festhängt.
Bereits im Februar waren an die zwei Millionen Kosovaren aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen. Zwar hatte Kurtis Partei ebenfalls gesiegt, war jedoch in den Monaten danach mit der Bildung einer Koalition gescheitert. Mit sieben Prozentpunkten mehr als im ersten Urnengang könnte die VV laut Beobachtern nun mithilfe ethnischer Minderheiten ihre Regierungsarbeit fortsetzen.
Während Kritiker der VV fehlende Kompromissbereitschaft vorwerfen, betonte Kurti in der Wahlnacht, er wolle künftig stärker mit der Opposition zusammenarbeiten, da etliche Entscheidungen im Parlament eine Zweidrittelmehrheit erforderten. Die Demokratische Partei des Kosovo (PDK) schaffte es mit 21 Prozent auf den zweiten Platz, den dritten holte die Demokratische Liga des Kosovo (LDK) mit 14 Prozent.
Der Kosovo, der 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, gilt als eines der ärmsten Länder Europas. Zuletzt war die Sorge gewachsen, dass die politische Blockade nicht nur den Dialog mit Serbien ausbremst, sondern dem Land dadurch auch wichtige Entwicklungsgelder entgehen. Dazu zählen 880 Millionen Euro aus dem EU-Wachstumsplan für den Westbalkan und 120 Millionen Euro von der Weltbank. Kurti betonte in dem Zusammenhang: „Vor uns liegt viel Arbeit. Wir müssen ohne Verzögerung voranschreiten.“
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de



